Samuel Richardson (1689-1761) war der Sohn eines Zimmermanns, erhielt nur ein geringe Schulbildung und wurde aus Geldmangel Buchdrucker statt wie ursprünglich geplant Geistlicher. Später brachte er es zum erfolgreichen Druckereibesitzer und Verleger.
1740 bekam er den Auftrag, eine Sammlung von Musterbriefen für junge, in ihrer Tugend gefährdete Dienstmädchen zu verfassen. Die Arbeit daran regte Richardson dazu an, einen Briefroman zu schreiben. Es entstand der Roman 'Pamela' (1740), der ein großer Erfolg wurde. Er begründete damit das Genre des Briefromans. 'Pamela' war auch eines der wegweisenden Werke in der allgemeinen Geschichte des Romans, da hier erstmals durchgängig eine subjektive Stimme den allwissenden Erzähler verdrängte. Zudem begründete der Roman die Schule der empfindsamen Literatur. Auch seine nächsten beiden Briefromane Clarissa (1748) und 'Sir Charles Grandison' (1753) waren große Erfolge.
Richardsons literaturgeschichtliche Bedeutung ist sehr groß, denn er hat erstmals den Schwerpunkt ganz auf die innere Dramatik der Charaktere anstatt auf die äußere Handlung gelegt. Daneben hat er auch erstmals ein ausführliches Psychogramm einer weiblichen Hauptfigur entworfen. Damit war Richardson wegweisend für spätere Autoren wie Jane Austen, Henry James, die Geschwister Anne, Charlotte und Emily Bronte, Thomas Hardy und D.H. Lawrence.