Walter Scott (1771-1832), der Sohn eines angesehenen Rechtsanwalts und Nachfahre eines alten schottischen Adelsgeschlechts, begeisterte sich schon in seiner Jugend für die Geschichte Schottlands, seine Lieder und Legenden. 1792 erhielt Scott seine Zulassung als Rechtsanwalt, übte diesen Beruf jedoch selten aus. Er wurde zum Sheriff für die Grafschaft Selkirk ernannt und machte 1804 eine Erbschaft, die ihn finanziell unabhängiger machte.
Von Kindheit an gehbehindert hatte er schon immer viel gelesen und fühlte sich zur Literatur hingezogen. Er war von den deutschen Romantikern beeindruckt und übersetzte zwei Balladen von Bürger und Goethes "Götz von Berlichingen". Sein Interesse an schottischen Balladen führte ihn zu seinem ersten eigenen Werk, der Verserzählung The lay of the last minstrel (1805), der rasch weitere poetische Werke folgten. Scott wurde Partner und stiller Teilhaber des Druckers und Verlegers John Ballantyne und kam dadurch in Kontakt mit seinem späteren Verleger Constable. Er spielte eine bedeutende Rolle in der literarischen Szene Edinburghs.
Scotts großer Erfolg gründete sich auf das Werk Waverly (1814), das er anonym veröffentlichte, und mit dem er zum Begründer des Geschichtsromans wurde. Die rasch nachfolgenden Werke Old Mortality (1816), The Heart of Midlothian (1818) und Quentin Durward (1823) festigten seinen Ruhm. Der Erfolg gab ihm die Möglichkeit, die alte Abtei Abbortsford zu erwerben.
Als Ballantyne 1826 Bankrott erklären mußten, übernahm Walter Scott dessen Schulden, die er durch unermüdliches Schreiben tilgte. Durch die Überarbeitung geschwächt, erlitt er mehrere Schlaganfälle und starb an deren Folgen. Die von seinem Schwiegersohn John Gibson Lockhart verfaßte Biographie gehört zu den großen Biographien der englischen Literatur.